Jungfüchse

Füchse, Rehe und alle unsere einheimischen Wildtiere gehören schon von Anfang an zu meinem Leben. Wer als Jägerstochter auf einem abgelegen Bauernhof aufwächst, kommt gar nicht darum herum damit konfrontiert zu werden. Was mir im Übrigen sehr gelegen kam. So begleitete ich meinen Vater so lange ich mich erinnern kann auf seinen ausgedehnten Spazier- und Kontrollgängen durch den Wald, der sich bei uns zuhause sprichwörtlich vor dem Wohnzimmer befand. Weit mussten wir also nie laufen :-)

Später dann war ich sogar ab und zu bei den Treibjagden im Herbst mit dabei. Dass die Tiere dort abgeschosssen wurden machte mich zwar manchmal schon etwas traurig - doch wenn man auf diese Weise aufwächst gehört das für einen einfach dazu und muss so sein. So sehe ich das auch heute noch. Vorausgesetzt man macht sich keinen Spass daraus sonder geht mit Bedacht und Intelligenz an die Sache. Diese Denkweise gehört für mich im Leben dazu. Es ist nicht immer alles schön und “kuschelig”.

Der Ort wo ich nun die aktuellen Fuchsbilder machen konnte nannten wir - oder nenn wir immer noch “die Fuchslöcher”. Und wenn ich Löcher sage dann meine ich Löcher. Auf einem Gebiet von schätzungsweise 0.5km2 befinden sich um die 50 Höhlen resp Eingänge. Darunter muss sich wohl ein riesiges Labyrinth an Bauten befinden. Ein spezieller Ort. Still, an einem Waldrand, der Boden mit viel Laub bedeckt und darüber ein gut schliessendes Dach aus Mischwald.

Die letzten Tage habe ich einige Stunden dort verbracht. Stunden der Stille! Es war einfach wunderbar. Nur die vielen verschiedenen Vogelstimmen im Wald und das Rauschen des Windes in den Baumkronen. Dass die Füchse nicht mehr ganz so jung waren wie erhofft muss ich mir selber zuschreiben. Ich war Mitte Mai spät dran. Darum zeigten sie sich auch nicht mehr sehr oft und warn unglaublich schreckhaft. Nur schon beim Fokussieren meiner Kamera nahmen sie Reissaus und verschwanden für die nächsten 30 Minuten.


Rita Pauchard